Samstag, 19. Oktober 2019

Kompliziert kanns jeder irgendwann ...

… aber einfach muß es für die Anfänger sein, um sie anzulocken! 

Erinnert ihr euch an das Kunstprojekt, das ich den Kommunionkindern meiner Gemeinde(n) anbieten wollte?

Mittlerweile geht es in die heiße Phase, denn der offizielle Künstler, der die Nachmittage bisher veranstaltet hat, wird es nicht mehr machen und darum werde ich ab nächstem Jahr diese Veranstaltung übernehmen.

Zunächst werde ich die lieben Kleinen
mit den "klassischen" Symbolen vertraut machen.

Früher gab es im Rahmen der Gestaltung der Kommunionkerzen eine eigene Stunde dafür, aber die wurde gestrichen und tatsächlich kennen viele Kinder die Bedeutung von Brot, Kelch, Lamm, Fisch, Rebe etc. gar nicht mehr.

das "Kommunionfenster"
in unserer Kirche

Ursprünglich wollte ich sie die Motive dann auf leuchtende "Kirchenfenster" malen lassen - mit Window-Color-Stiften auf PVC-Scheiben. Das sieht wirklich cool aus und geht relativ leicht, weil man die entsprechenden Vorlagen einfach durchpausen kann. 

Und die kleinen Plastikscheiben leuchten entsprechend schön, wenn man sie ins Licht (an einem echten Fenster) hängt.

Aber Chemie auf Plastik ist nicht unbedingt das, was ich mir im Rahmen der Nachhaltigkeit wünsche. Also habe ich nochmal eine Runde nachgedacht und darum wird das geplante Kunstprojekt tatsächlich ein PAPIERprojekt werden!

Bei meinen höchst wisssenschaftlichen Studien habe ich nämlich herausgefunden, daß Transparentpapier (wenn man es entsprechend behandelt) genau so schön leuchtet wie WindowColor – und daß der Rahmen dafür aus maßgefertigtem Sperrholz ebenso gut funktioniert wie eine durchsichtige Scheibe aus Plastik.
Lichttest in der "Schöpfungs"-Laterne

Lasst euch überraschen, denn wenn es so weit ist, werde ich hier entsprechend lautstark damit angeben.

Samstag, 5. Oktober 2019

Und wieder mal: nach der Show...


… es hat einen ganzen Tag gebraucht, bis ich mich vom Vorstellungs-Marathon am Donnerstag erholt hatte. Die Veranstaltung war erfreulicherweise ausgebucht und wenn ich das richtig mitbekommen habe, sind gruppenweise im Lauf des Tages mehr als hundert Zuschauer in meinen ganz besonderen Vorlesungen gewesen.

Selbst habe ich davon nicht viel mitbekommen, weil ich ich mich auf meine Rolle als Spielleiterin konzentieren musste – und weil ich nonstop gespielt habe. Wenn eine Gruppe den Raum verlassen hatte, habe ich einen Schluck Wasser getrunken, ein Hustenbonbon eingeworfen und sämtliche Kulissen, Requisiten und Figuren flugs wieder in ihre Ausgangspositionen gebracht.
c/o Hubert Reithmeier

Sobald alles zurück „auf Anfang“ war, hatte die nächste Gruppe bereits erwartungsvoll die Plätze eingenommen und dann ging die Show von vorn los – fünfmal hintereinander am Vormittag, fünfmal hintereinander am Nachmittag, jeweils mit einer Netto-Laberzeit von etwa 25 Minuten. Da kam einiges an Stimm-Akrobatik zusammen.  

Doch was tut man nicht alles fürs Publikum… und ich hatte den Eindruck, daß alle Zuschauer, die am Donnerstag vorbeigeschaut haben (sowohl die Kinder, als auch die begleitenden Erwachsenen) viel Spaß mit meinen Steinzeitlern hatten. Es wurde viel gelacht. 

Ein besonderer Hingucker waren die Papierversionen der Krüge und Gefäße, die in meinem Stück eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Gruppen, die zuvor bereits in den Ausstellungsräumen des Museums gewesen waren, haben sie wiedererkannt und sich gefreut – und die Gruppen, die nach der Vorstellung ins Museum gehen sollten, waren gespannt darauf, die jungsteinzeitliche Bandkeramik und das Modell vom Langhaus mit eigenen Augen zu sehen.

Da ich wie üblich mit leerem Handy-Akku unterwegs gewesen bin, konnte ich vor der Show kein Bild machen und danach erst recht nicht.

Also habe ich die ganze Veranstaltung gestern in meiner Werkstat „nachgestellt“, um euch hier die Geschichte aus der Geschichte präsentieren zu können:

Ganz wichtig, bevor es losgeht: der Archäo-Disclaimer!













die Wühlmäuse erklären dem Kaschperl bei seinem Kurzauftritt, 
wie eine Ausgrabung abläuft - und dann schicken sie ihn wieder
heim, weil er aus den Scherben noch mehr Scherben macht...  











der Häuptling macht Feuer vor dem Langhaus - und seine Frau 
macht derweil dem Töpfer Feuer unterm Hintern, weil dessen Krüge 
und Gefäße buchstäblich potthässlich sind. Und außerdem undicht. 











die kluge Tochter des Töpfers und dessen Lehrling finden 
heraus, daß die Gefäße härter und dichter werden, wenn man 
sie nach dem Trocknen im Feuer brennt











zum guten Ende freut sich die Häuptlingsfrau über ein Sortiment 
an schön verzierten Krügen, denn sie hat in der Zwischenzeit ein 
neues, erfrischendes Getränk erfunden: das Bier... 













der Meister bewundert das Werk - im Museum
















Das war also in etwa das, was gestern zur Aufführung kam. (knicks)

Und weil es erfreulich gut funktioniert hat mit dem "extended Kamishibai" (also dem klassischen Erzähltheater, das ich mit Figuren und Requisiten aufgemöbelt habe), werde ich das demnächst bestimmt mal wieder machen. 
KuhShibai ;)

Sonntag, 29. September 2019

Neulich, in der Steinzeit...


Ja, genau: DIE Maus...
sie kommt aber in meinem
Theaterstück gar nicht vor. 
Aus Gründen. ;)
Erinnert ihr euch an den vom WDR ausgerufenen "Maus-Tag" im letzten Oktober? 

Mittlerweile ist fast wieder ein ein Jahr vorbei und der nächste Türöffner-Tag steht buchstäblich vor der Tür (… wasn Brüller!)

Auch in diesem Jahr habe ich die Ehre und das Vergnügen, einen Teil des Programms zu gestalten. Irgendwo hier im Blog hatte ich schon einmal die ersten Entwürfe vom Töpfer Baaz und seiner Steinzeit-Sippe gepostet.

Die Figuren aus dem neolithischen Langhaus verlassen bereits nach und nach meinen Computer und werden Teil des lehrreichen und pädagogisch höchst wertvollen Theaterstücks, das ich am 03.10.19 präsentieren werde.

Wegen der Renovierung des Depots im Landratsamt Freising befindet sich das Museum des Archäologischen Vereins derzeit in den Räumen vom Alten Rathaus in Mauern.


Neben einer Führung durch die Ausstellung erwartet euch am dort jungsteinzeitliches Handwerk, die Römergruppe (inkl. ein paar schwer bewaffneter und ebenfalls in diesem Blog schon mal erwähnter Legionäre) – und ein gewisses Papiertheater.

Stellprobe mit Kaschperl -
ich werde nicht mit der großen Bühne auftreten,
sondern auf das Kamishibai ausweichen, das ist 
für diesen Anlass die bessere Spielform

Dortselbst werden wir ergründen, wie die Menschen in der Jungsteinzeit gelebt haben und nebenbei erfahren wir, wie der Maßkrug erfunden wurde…


Mehr wird noch nicht verraten, aber ein paar Bilder kann ich euch schon mal zeigen.

Scherben bringen Glück!



Donnerstag, 15. August 2019

Ei, Ei, Ei...

Nicht nur an Ostern gibt's Eier - in meinem Verwandten- und Freundeskreis gehen immer mehr Leute unter die Hobbyfarmer und betreiben in ihren Gärten kleine Produktionsgenossenschaften mit drei bis zehn gefiederten, gackernden Mitarbeiterinnen.

Für die Erzeugnisse braucht man natürlich entsprechende Verpackungen und seitdem ich für meine Schwester aus einer alten Zeichnung von einem Huhn die erste Banderole entworfen habe, darf ich immer wieder mal ran, wenn es darum geht, Eierschachteln individuell zu verschönern.


eine Collage ausgewählter Motive für 6er und 10er Schachteln

Die neueste Kreation widme ich meinem Schwiegervater:



Bei der Gelegenheit möchte ich erwähnen, daß ich so etwas auch gern für euch machen kann, wenn ihr jemandem eine Freude machen wollt, der ebenfalls Eier im eigenen Garten "herstellt"... 

Schickt einfach eine Mail an BetsiBunteKuh @ web.de, Stichwort "Eierschachtel". 

Samstag, 3. August 2019

Ade, WaPe...

Eben habe ich meine Mitgliedschaft im "Verein für nachbarschaftliches Leben in Waldperlach e.V." gekündigt. Es tut mir leid; es war ein Versuch, der grandios gescheitert ist. 



Der Raum, in dem ich (erfolglos) einen regelmäßigen Theaternachmittag etablieren wollte, war einfach zu dunkel und zu öde - und obwohl er direkt neben einer Grundschule lag, haben alle Leute, die daran vorbeigekommen sind, dafür gesorgt, daß sie schnell daran vorbeikommen.

Fragt nicht, wie oft ich hoffnungsvoll hinter dem Schaufenster gestanden habe, während mein potentielles Publikum in die entsprechenden SUVs gepackt wurde.

Keine Flyer, kein Plakat am Zaun, keine Hinweise im lokalen Käseblättchen und nicht mal die trüb-funzelige Festbeleuchtung konnten das Publikum anlocken.

Und ich weigere mich nach wie vor, die Tatsache anzuerkennen, daß nur deshalb niemand kann, weil mein Theater grottenschlecht ist... 

Damit streiche ich also offiziell die Segel in diesem Teil von Waldperlach und vielleicht baue ich mich demnächst anderswo wieder auf.

Mit freundlichen Grüßen

Freitag, 28. Juni 2019

Neulich, im Mauseum...

Um einen Vortrag über Archäologie etwas kindgerechter zu gestalten, habe ich heute für die Freisinger eine Reihe von Wühlmaus-Motiven entworfen, die die Präsentation auflockern sollen.

Wenn ich mit dem Ausbuddeln fertig bin, zeig ich sie euch hier mal.

Gut, okay - das ist zwar nicht direkt ein Theaterstück, aber da das Mäuslein aus meinem Ensemble stammt, gehört es eher hierher als in den Avatarama-Blog nebenan. 

Außerdem kann ich aus den Zeichnungen jederzeit entsprechende Papierfiguren machen... 

So, das hätten wir: 



Bevor eine Expedition startet, werden zuerst Karten studiert und Bücher gewälzt. In unserem Fall übernimmt das der weltberühmte Professor Grabmaier - der weiß, wo sich eine Ausgrabung lohnen könnte. Dann wird das Grabungsgebiet zunächst vermessen, abgesteckt und das Gelände gründlich abgesucht...


 … erst danach geht's an die Buddelei (links im Bild: Wühlhelmine, die Emsige). Zahlreiche, unvermeidbare Misserfolge sollten einer echten Wühlmaus nicht den Spaß an der Freude verderben, denn irgendwann kommen ein paar Scherben ans Licht! Ab jetzt wird gaaanz behutsam weitergegraben; mit einem Pinsel.


Am Fundort muß natürlich alles genau dokumentiert werden, bevor die Scherben vorsichtig gereinigt werden. Zum Schluß wird das Puzzle Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Später kann man das restaurierte Gefäß im Museum bestaunen. 

… jaaa-ha: Scherben bringen Glück! ;)

Montag, 10. Juni 2019

Neunzig Shows

… sind mittlerweile über die Bühne gegangen. Darauf ein Tri-tra-trullala!

Jaaah - ich gebs ja zu: das klingt spektakulärer, als es ist, wenn man die Zahl der Shows auf die Jahre hochrechnet, seitdem es mein weltberühmtes, weitgehend unbekanntes Papierfigurentheater gibt. Wir erinnern uns: angefangen hat alles als launige Blödelei in einem Internetforum, irgendwann im Herbst 2007 mit dem „gar garstigen Kaschperltheater“ und entsprechend fiesen Aufführungen.

Der neue Reklame-Kaschperl… 
Seit Januar 2008 gibt es den Kaschperl & Co. in echt

Ach ja, und „Show“ bedeutet in meinem Fall nicht Vorstellung, denn bei manchen Veranstaltungen habe ich mehrmals hintereinander gespielt. Mein persönlicher Weltrekord war am 03.10.18 beim Maus-Tag im Archäologischen Verein in Freising – zehn Aufführungen, quasi nonstop. 

Neulich habe ich dann auf der Geburtstagsfeier meiner Nichte gespielt, wieder mit einem maßgeschneiderten Theaterstück, einer höchstpersönlichen Hauptfigur und vor einem sehr begeisterungsfähigen Publikum.

Nachdem das Theater und meine Aufführungen in den letzten Jahren etliche Änderungen durchlaufen haben (von denen ich glücklicherweise einige wieder verworfen habe), läuft die Show jetzt wie am Schnürchen.

… lockt mit bunten Flatterbändern
Ohne große Licht- und Soundeffekte, ohne zierliche Bühnenaufbauten, ohne viel Schnickschnack; immer ein bißchen mit der heißen Nadel gestrickt und stückweise gründlich improvisiert.

So mache ich am liebsten Theater. 

Damit wir wieder ein bißchen mehr unter die Leute kommen, habe ich heute mal was für die Außenwerbung getan. 

Gute Reklame ist so wichtig fürs Geschäft (nur aus diesem Grund gibt es diesen Blog: mein virtuelles Schaufenster)… 

Das Schild vorm Haus ist frisch geputzt, ich habe neue Flyer gedruckt und an den Zaun gehängt - und ein großer Kaschperl sorgt seit heute mit bunten Bändern für entsprechende Aufmerksamkeit, wenn die Leute mit ihren Kindern auf dem Weg zum Spielplatz daran vorbeikommen. 

Hoffentlich wird er nicht geklaut, so wie das schöne, bunte Blumenwindrad im letzten Jahr… 






Montag, 8. April 2019

How to become a princess...


… in a comfortable and easy way. 

Mit freundlicher Genehmigung meiner Nichte kann ich euch heute die Entstehung meiner bisher schönsten Papierprinzessin zeigen. 

Ich habe ein Foto bekommen, das ich zunächst „ausgeschnitten“ und freigestellt habe. Dann habe ich das Köpfchen auf einen Figurenkörper montiert, der ein prachtvolles Gewand trägt. (Die Lieblingsfarbe dieser Prinzessin ist Rot, darum gab es roten Goldbrokat).

Zum Schluß noch ein Krönchen drauf, doppelseitig ausgedruckt und an eine schmale Leiste montiert – fertig ist das Prinzesschen für ein neues Theaterstück.

Auf diese Weise kann das Geburtstagskind „persönlich“ mitspielen und da ich diese individuelle Figur im Ensemble  für kein anderes Stück verwenden kann, bekommt es sein Alter Ego aus Papier nach der Vorstellung zum Andenken überreicht. 

Das Publikum beim Kindergeburtstag war jedenfalls angemessen begeistert - und mittendrin saß eine sehr vergnügte Prinzessin.