Sonntag, 2. Mai 2021

Das Kirchenfenster aus Papier (Teil 2)

 ... weiter gehts mit der Konstruktion: zuerst werden jeweils drei Passepartouts als Fensterrahmen in einer Reihe zusammengeklebt. 

Zum Glück hab ich genug Wäscheklammern im Haus.

Für den spitzen Giebel habe ich jeweils drei Motive im Set entworfen (links, oben, rechts), die ich ausgedruckt und laminiert habe. 


Meine innere Greta ist nicht so ganz glücklich damit, aber dafür kann ich diese Scheiben öfter verwenden. Wenn alles klappt, wird das ein Langzeit-Projekt für die nächsten Jahre und 2022 können wir hoffentlich wieder mit durchscheinendem Transparentpapier arbeiten, das noch schöner leuchtet.  



Diese Bilder klebe ich hinter die Papierverkleidungen, die später den fertig montierten Fensterrahmen bedecken werden. 


Schließlich brauchen wir für alle Kunstwerke der Kommunionkinder unseres Pfarrverbands in diesem Jahr fünf mannshohen Fenster. 

Die Rahmen selbst kann ich erst montieren, wenn das Wetter wieder besser ist - dafür brauche ich den großen Tisch auf der Terrasse. 





Freitag, 30. April 2021

Das Kirchenfenster aus Papier (Teil 1)

 Da hab ich mich also tatsächlich zu früh gefreut: die "Kunstwoche" der Kommunionvorbereitung wurde abgesagt. Aber deswegen haben wir trotzdem einen Weg gefunden, den Kindern zum einen die Bedeutung von ein paar christlichen Symbolen zu vermitteln und sie zum anderen zu einer ganz besonderen Ausstellung anzuregen.

Wir machen große Kirchenfenster... aus Papier. 

Es hat eine Weile gedauert, bis ich den Bogen raus hatte, aber der Prototyp kann sich sehen lassen. Und weil ich durch den Bau meiner Bühnen viel Erfahrung im Bereich der simplen, aber bewährten "Holz- und Klebeband"-Bauweise sammeln konnte, ist auch dieser Rahmen nichts anderes als ein paar zusammengeklebte Leisten aus Kiefernholz.

Die Vorteile sind die gleichen wie bei meinem Papiertheater: es ist schnell aufgebaut, lässt sich gut verstauen und transportieren, kostet nicht die Welt und ich kann diese Fenster ein paar Jahre lang immer wieder einsetzen. 

Die Motive auf den "Fensterscheiben" werden sich ändern, denn jedes Jahr werden sie von anderen, jungen Künstlern gestaltet. 

Aber das könnte eine schöne Tradition werden.

Nächste Woche hat das Schaufenster Premiere, das ich gestaltet habe, um den Kindern zu zeigen, um was es bei der Sache geht.

Zur Ansicht habe ich ein paar der Motive überarbeitet, die ich in den letzten Jahren für die Arbeit mit den Kommuniongruppen gezeichnet habe. 

Den lehrreichen und pädagogisch höchst wertvollen Vortrag dazu bekommen die Kinder per Mail, samt ein paar Anregungen für eigene Motive und bewährten Hintergründen für diejenigen, die immer klagen "mir fällt aber gar nix ein"... 

Ich bin schon gespannt, wie die fertigen Fenster aussehen, wenn sie an Pfingsten aufgestellt werden.

Samstag, 3. April 2021

Es wird Zeit ...

 Während einerseits die Überlegungen dahin gehen, daß ich mich von den Stabfiguren verabschiede (meine Schultern machen die Führung "von oben" nicht mehr mit und das Führen "von der Seite" liegt mir nicht) und mein Papiertheater weiter in Richtung KuhShibai entwickle, wird es andererseits höchste Zeit für das nächste Projekt in der Halleluja-Abteilung.

Anfang Mai soll/darf/werde (?) ich im Pfarrsaal wieder einen Kunstnachmittag präsentieren, bei dem die Kommunionkinder zum einen die Bedeutung von ein paar christlichen Symbolen erläutert bekommen und bei dem sie zum anderen selbst ein Kunstwerk für die Kirche machen werden.


Es hat eine Weile gedauert, bis ich draufgekommen bin, daß so ein "Kirchenfenster" auch funktioniert, wenn es keinen gotischen Spitzbogen hat, sondern einen wesentlich einfacher zu produzierenden Giebel aus geraden Linien bekommt.

Aber jetzt weiß ich endlich, wo und wie diese Geschichte weitergeht. Hoffentlich macht mir der Circus Coroni keinen Strich durch die Rechnung, denn dieser spezielle Papierkram liegt mir besonders am Herzen und ich freue mich schon jetzt ganz vorsichtig auf diese ganz besondere Show. 

Montag, 21. Dezember 2020

... und trotz allem: frohe Weihnachten!

Dieses 2020 war kein besonders tolles Jahr, darüber sind wir uns vermutlich einig. Auch das Weihnachtsfest wird heuer nicht so ablaufen, wie wir es gewohnt sind. 

Trotzdem wünsche ich allen, die sich in diesen Blog verirren, so-schön-wie-mögliche Feiertage und ein besseres, Neues Jahr!

Und wo ich schon mal da bin, kann ich auch ein bißchen neuen Papierkram hier lassen. Ich habe mir nämlich in diesem Jahr selbst eine Freude gemacht und mir eine neue Krippe geschenkt - mit Figuren aus dem Erzgebirge.


Diese schlichten Figuren von Björn Köhler haben mich inspiriert und ich habe sie zunächst als Vorlage für meine diesjährigen Weihnachtskarten - mal wieder eine PopUp-Krippe - verwendet. 


Dieses Motiv hat mir wiederum so gut gefallen, daß ich damit noch ein bißchen weitergebastelt habe. 

Zunächst mit dem Engel, aus dem ich eine Vorlage für eine "Fensterkrippe" gemacht habe.

Dann ging es ans Schnippeln (und weil ich ein eher fauler Basteltyp bin, habe ich das farbige Transparentpapier, mit dem ich die Silhouette hinterlegt habe, gleich mit ausgedruckt)...


Das funktioniert im Prinzip mit jedem Motiv; wichtig ist dabei nur, die Umrisslinien der Figuren so breit wie möglich zu machen, damit das Fensterbild stabil wird.

Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen und vielleicht lege ich mir im neuen Jahr doch mal einen Schneidplotter für derartigen Papierkram zu...

Wenn also noch jemand auf der Suche nach einer Last-Minute-Bastelei für Weihnachten ist: das wär mal so ein kleines Ideechen dafür. 

Samstag, 7. November 2020

Aktion "Laternenfenster"

 

... und weil wir hier ein (Kaschperl)Theater sind, steht/hängt/leuchtet bei uns das Schneewittchen vor dem Haus - mit allen sieben Zwergen.


Das Schneewittchen funzelt in einem ehemaligen Würstchen-Glas, während die Zwerge passenderweise in Senfgläsern sitzen. 


Ich habe die Figuren ausgedruckt und laminiert (auch wenn meine innere Greta dabei leise geweint hat). 

Die Folien habe ich in die Gläser gepackt und kleine LED-Funzeln dazugegeben (Greta ist nach wie vor traurig deswegen).


Auf diese Weise habe ich eine Serie von preiswerten und wetterfesten Laternen gebastelt.


Lasst ein Licht leuchten!



Mittwoch, 9. September 2020

Ganz schön ruhig geworden...

 ... sind der Kaschperl und seine Kollegen. Aber seitdem der Circus Coroni überall seine muffigen Zelte aufgeschlagen hat, ist es nicht mehr so einfach für die Papiertheaterbranche. 

Immerhin haben wir die Kommunionvorbereitung 2020 noch halbwegs elegant über die Bühne gebracht und dabei echte Kirchenfenster aus Papier gestaltet. (Doch, ja! - das geht.)



Bei der Gelegenheit haben die Kinder auch etwas über die Symbole erfahren, mit denen wir in der Kirche "arbeiten".








Doch davon abgesehen ist es ruhig auf der Bühne und hinterm Vorhang. Nicht mal das neunjährige Jubiläum dieses weltberühmten Blogs (28.08.) wollte irgendwer groß feiern. 

Positiv daran: ich habe viel Zeit zu überlegen, wie ich das Theater in Zukunft gestalten werde, denn je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, die Figuren von oben zu führen. Ich kann die Arme nicht mehr so lang ausgestreckt halten. 

Die KuhShibai-Methode wird sich vermutlich durchsetzen, weil sie zum einen komfortabler für mich ist und weil die Interaktion mit dem Publikum besser funktioniert. 

Wie gesagt... ich überlege noch. 



Kommt alle gut durch diese "doofe" Zeit, setzt die Schnauzis auf, die dem Kaschperl seine Großmutter für euch genäht hat, haltet Abstand, wascht euch die Hände und bleibt gesund.

Bis hoffentlich bald mal wieder,

                                    viele Grüße von

                                                        Betsi, der bunten Kuh

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Schneeflöckchen, reloaded

Nachdem das mit den "weißen Weihnachten" heuer nix geworden ist, zeige ich euch heute eine kleine Ballerinaflocke aus Papier, die garantiert nicht schmilzt und sich ganz einfach nachbasteln lässt - Papierkram für alle, denen gerade ein bißchen langweilig ist.

Zeichnet zunächst eine Tänzerin (Silhouette genügt) oder verwendet eine hübsche Vorlage aus dem Netz.

Auf möglichst festem Papier ausdrucken und sorgfältig ausschneiden. Die Größe der Figuren hängt von der Fingerfertigkeit ab. Höher als 15 Zentimeter würde ich sie nicht machen, damit sie sich nicht verbiegen.


Dann kommt die Feinarbeit dran. Ich habe die regenbogenbunten Umrisslinien mit Filzstiften ein bißchen nachgemalt und etwas Glitzer aufgebracht. Aber der eigentliche Hingucker bei unseren Flocken sind die feinen, weißen Federn, die mit einem Tropfen Klebstoff direkt auf die Vorder- und Rückseite geklebt werden.


Damit alles schön trocknen kann, empfiehlt sich die bewährte Wäscheklammer-Methode (s. oben). 

Danach machen wir ein kleines Loch in die Frisur der Flöckchen und ziehen einen dünnen Faden durch. Schon kann sie mit ihren Schwestern sachte in der aufsteigenden Wärme tanzen.


Pe Ess: Wer gerade keine Federn im Bastelkram-Fundus hat, kann auch kleine Scherenschnitte aus Butterbrotpapiertüten machen oder zerfranste Tempotücher für die Ballettröckchen verwenden – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Viel Spaß beim Basteln
wünscht Betsi, die bunte Kuh  

Samstag, 5. Oktober 2019

Und wieder mal: nach der Show...


… es hat einen ganzen Tag gebraucht, bis ich mich vom Vorstellungs-Marathon am Donnerstag erholt hatte. Die Veranstaltung war erfreulicherweise ausgebucht und wenn ich das richtig mitbekommen habe, sind gruppenweise im Lauf des Tages mehr als hundert Zuschauer in meinen ganz besonderen Vorlesungen gewesen.

Selbst habe ich davon nicht viel mitbekommen, weil ich ich mich auf meine Rolle als Spielleiterin konzentieren musste – und weil ich nonstop gespielt habe. Wenn eine Gruppe den Raum verlassen hatte, habe ich einen Schluck Wasser getrunken, ein Hustenbonbon eingeworfen und sämtliche Kulissen, Requisiten und Figuren flugs wieder in ihre Ausgangspositionen gebracht.
c/o Hubert Reithmeier

Sobald alles zurück „auf Anfang“ war, hatte die nächste Gruppe bereits erwartungsvoll die Plätze eingenommen und dann ging die Show von vorn los – fünfmal hintereinander am Vormittag, fünfmal hintereinander am Nachmittag, jeweils mit einer Netto-Laberzeit von etwa 25 Minuten. Da kam einiges an Stimm-Akrobatik zusammen.  

Doch was tut man nicht alles fürs Publikum… und ich hatte den Eindruck, daß alle Zuschauer, die am Donnerstag vorbeigeschaut haben (sowohl die Kinder, als auch die begleitenden Erwachsenen) viel Spaß mit meinen Steinzeitlern hatten. Es wurde viel gelacht. 

Ein besonderer Hingucker waren die Papierversionen der Krüge und Gefäße, die in meinem Stück eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Gruppen, die zuvor bereits in den Ausstellungsräumen des Museums gewesen waren, haben sie wiedererkannt und sich gefreut – und die Gruppen, die nach der Vorstellung ins Museum gehen sollten, waren gespannt darauf, die jungsteinzeitliche Bandkeramik und das Modell vom Langhaus mit eigenen Augen zu sehen.

Da ich wie üblich mit leerem Handy-Akku unterwegs gewesen bin, konnte ich vor der Show kein Bild machen und danach erst recht nicht.

Also habe ich die ganze Veranstaltung gestern in meiner Werkstat „nachgestellt“, um euch hier die Geschichte aus der Geschichte präsentieren zu können:

Ganz wichtig, bevor es losgeht: der Archäo-Disclaimer!













die Wühlmäuse erklären dem Kaschperl bei seinem Kurzauftritt, 
wie eine Ausgrabung abläuft - und dann schicken sie ihn wieder
heim, weil er aus den Scherben noch mehr Scherben macht...  











der Häuptling macht Feuer vor dem Langhaus - und seine Frau 
macht derweil dem Töpfer Feuer unterm Hintern, weil dessen Krüge 
und Gefäße buchstäblich potthässlich sind. Und außerdem undicht. 











die kluge Tochter des Töpfers und dessen Lehrling finden 
heraus, daß die Gefäße härter und dichter werden, wenn man 
sie nach dem Trocknen im Feuer brennt











zum guten Ende freut sich die Häuptlingsfrau über ein Sortiment 
an schön verzierten Krügen, denn sie hat in der Zwischenzeit ein 
neues, erfrischendes Getränk erfunden: das Bier... 













der Meister bewundert das Werk - im Museum
















Das war also in etwa das, was gestern zur Aufführung kam. (knicks)

Und weil es erfreulich gut funktioniert hat mit dem "extended Kamishibai" (also dem klassischen Erzähltheater, das ich mit Figuren und Requisiten aufgemöbelt habe), werde ich das demnächst bestimmt mal wieder machen. 
KuhShibai ;)