Mittwoch, 16. November 2016

Nach der Show ist vor der Show



16.11.16, nachmittags (Oh, was für ein hübsches Datum!)
Wenn mich jemand mit einem Wattebällchen umhauen möchte: jetzt wäre eine ideale Gelegenheit dafür, denn ich kann kaum noch stehen. Aber ich bin auch stolz und sehr glücklich, denn der heutige Tag hat mir gezeigt, daß ich es noch bzw. wieder kann.

Yesss! - Ich habs voll drauf, einen Raum voller Kinder zu bespaßen – sei es mit meinem Papiertheater oder wie heute, mit meinen Bastelangeboten beim „Chaoskindertag“ (was im Prinzip auch sehr viel Papierkram beinhaltet).

Zunächst bin ich dem Konzept skeptisch gegenüber gestanden, denn allein schon der neue Name dessen, was ich bisher als „Kinderbibeltag“ kannte, klang recht unruhig. Aber siehe da: genau das Gegenteil war der Fall!

Es gab im Prinzip drei Themenbereiche und auf diese Weise konnten die Kinder genau das tun, was sie wollten. Die lebhaften waren in einem Raum beim Toben und Rumfetzen, die extrovertierten waren in einem anderen Raum beim Theaterspielen – und der Rest war bei mir und hat in Ruhe gemalt und gebastelt. Ich hatte keine gelangweilten Querschläger dazwischen, die eigentlich lieber Fußball spielen wollten als eine Pyramide aus Papier zu bauen oder Lehmziegel mit Hieroglyphen zu bemalen.

Wenn doch so ein besonders munteres Kindlein vorbeikam, war es entweder schon müde getobt und darum dankbar dafür, eine Weile sitzen und irgendwas ausmalen oder –schneiden zu können. Oder es hat sich, wenn ihm das zu langweilig wurde, nach nebenan zum Remmidemmi verkrümelt, ohne die anderen großartig zu nerven.

Und da es dieses Mal nicht nach Alter und Schulklassen ging, waren zwar viele „Kleine“ da, aber die „Großen“ haben ihnen ganz selbstverständlich geholfen, wenn irgendeine Schnippelei oder die Montage der fertigen Teile etwas zu schwierig für sie war.

Ich hatte den Eindruck, daß es allen Kindern sehr viel Spaß gemacht hat und einige von ihnen werden heute Nachmittag zuhause weiterbasteln an Moses und seinen Freunden und einem Diorama im Schuhkarton.

Für mich war es trotzdem recht anstrengend, da ich immer noch nicht so fit bin wie früher, doch das war heuer der entspannteste Buß- und Bettag, den ich als Ehrenamtliche mitgestalten durfte. Und das war der fünfte, ich weiß also, wovon ich rede.

Und weil er mir so gut gefallen hat, werde ich die Pfarrerin fragen, ob sie für den nächsten „Chaoskindertag“ wieder eine Bastelstation haben möchte.

Außerdem überlege ich ernsthaft, dieses Angebot zusätzlich in mein Programm aufzunehmen: ich komme zur Feier, spiele den Kindern ein Theaterstück vor und bastle anschließend mit ihnen irgendwas zum Thema passendes aus Papier.

Ein Frau-Holle-Mobile, eine Miniaturbühne, Ankleidepuppen, Windlichter – mein Sortiment an Papierkram ist groß und wächst seit Jahren quasi mit jeder Aufführung.

Ich muß noch ein bißchen daran rumhirnen, aber die Chanchen dafür stehen gut.

 
Impressionen der Stationen


Nachtrag: ... und justament vorhin kam ein Auftrag für einen Kindergeburtstag rein, der nach einem neuen Stück verlangt. Höchste Zeit, das Einhorn aus dem Stall zu holen!