Samstag, 29. Oktober 2011

Der gestiefelte Kater (Blog-Version)

(... ohne Bühne und Kulissen - und der Text ist auch sehr stark gekürzt, Herrschaften!)

Der alte Müller war gestorben und alles, was sein jüngster Sohn Hans als Erbteil bekam, war ein Kater. Hans überlegte, ob er sich aus dem Fell des Katers ein paar warme Handschuhe machen lassen sollte, aber der Kater überzeugte ihn davon, daß er für ein paar schöne Stiefel dafür sorgen wollte, daß Hans sein Glück machen würde.

Zuerst fing der Kater ein paar fette Rebhühner, die er im Namen seines Herrn, des „Grafen von und zur Mühle“, dem königlichen Hofkoch verehrte.


Danach erklärte der Kater den Bauersleuten auf dem Feld, daß sie dem König (falls er bei seinem Verdauungsspaziergang hier vorbeikäme), erzählen sollten, daß die Ländereien dem „Grafen von und zur Mühle“ gehörten. Natürlich gehörte alles dem bösen Zauberer, aber die guten Bauersleute vermuteten, daß der Kater mit den gelben Stiefeln selbst der Zauberer wäre und versprachen darum, diesen Auftrag getreulich auszuführen.


Dann überredete der Kater den müffelnden Hans dazu, sich auszuziehen und ein Bad zu nehmen. Als der König mit seiner kessen Tochter vorbeikam, erklärte der Kater ihnen, daß sein Herr, der „Graf von und zur Mühle“ ausgeraubt worden wäre und nun fast nackt im Teich festsitzen würde. Das Interesse der Königstochter war geweckt und der König war dem Grafen wegen der leckeren Rebhühner und der ausgedehnten Ländereien ebenfalls wohlgesonnen.


Während ein gelangweilter Lakai den armen Müllersburschen Hans mit prachtvollen Gewändern ausstattete und sich die kesse Prinzessin verliebte, sauste der gestiefelte Kater ins Schloß des bösen Zauberers.


Dort ließ er sich – als erste Kostprobe der Zauberkunst des leicht eingebildeten Hexenmeisters – ein Festmahl herbeizaubern.


Der Zauberer gab noch ein bißchen mehr an und verwandelte sich zuerst in einen Elefanten, dann in einen Löwen und zum Schluß (auf eine Anregung des schlauen Katers hin) in eine kleine Maus.


Mit einem Haps fraß der Kater die Maus, die einst ein großer Zauberer gewesen war. Als der König mit der Prinzessin und Hans ins Schloß kam, machten sich alle über das Festmahl her und Hans, der „Graf von und zur Mühle“ verlobte sich mit der Prinzessin.


Dem König war’s recht – und der schlaue Kater wurde zum Minister ernannt. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute…